Beukenbeul


Die erste urkundliche Erwähnung dieser Siedlung reicht von allen Orten des unteren Ihnetals am weitesten zurück. I. J. 1361 verzichteten die Brüder Johan Helmich und die Söhne des Johannes von Ennest, wohnhaft zu Belecke, und ihre Schwester auf das Pfand, das ihre Eltern für Vranke und Ewigh und seine Frau Steine an dem Gut Beukenbeul bestellt hatten. Sodann liegen seit 1411 zahlreiche urkundliche Nachrichten vor, die den schon mehrmals erwähnten Zehnten aus den Gütern zu Beukenbeul, Weschede, Albringhausen und Wamge betrafen. Auch die übrigen urkundlichen Belege des 15. und 16. Jahrhunderts über das Gut Beukenbeul sind sehr zahlreich. Hier muß eine Beschränkung auf das Wesentliche erfolgen.

Im Jahre 1443 hat Dietrich op dem Stalle an Abel Beyerkoven sein Erbe, 1450 Hilleke Witwe des Henrich Koch ihr Erbe und alle Güter zu Beukenbeul und 1451 Abel Beyerkoven sein vor 8 Jahren angekauftes Erbe dem Attendorner Bürgermeister Henrich Segener überlassen. Darauf verkaufte Röricus zu Beldinckhausen dem Kloster Ewig u. a. den Hof Beukenbeul.

Weiter hat Wilhelm von Keppel, Pastor zu Overath und Canonicus zu Bonn, 1453 mehrere Erbstücke von vorgen. Segener, das Koches, Königs und Pels Hennen Gut und 2 Jahre später Tilmann Kurtenacke ein Grundstück auf dem Beukenbeuler Wytfeld und eines am Rodelande in der hohen Brake gekauft und dem Kloster übertragen.

Das aus mehreren Ankäufen zusammengebrachte Börgers Gut haben 1468 die Ankäufer Johann unter den Eichen und sein Schwiegersohn Hans Seylberg an die Kanonie Ewig gegen 2 Klostergüter zu Oberveischede vertauscht.

In den beiden folgenden Jahrzehnten rundete das Kloster den Grundbesitz in Beukenbeul durch Ankäufe, Tausch und Schenkungen bis auf das Kauhemeckens ab, welches Hennecke von Bremecke besaß und im Jahre 1487 an den Attendorner Gografen Göddert Riflinghausen verkaufte, der es 1490 gegen eine jährliche Memorie an das Kloster Ewig abtrat.

Die Türkensteuerliste von 1536 nennt Heynemann (Verenholt) zu Boeckenboel mit 2 Goldgulden und Diederich (Klöver) zu B. mit ½ Gg. Um 1550 hatte Jürgen zu Beukenbeul an Gefällen aufzubringen 6 ß, 1 Huhn an den Richter zu Valbert, der Clöver 3 ß nach Bilstein. Dieser hatte als Ewiger Pächter auf dem Gute große Mißwirtschaft getrieben, weshalb er 1557 kraft Urteils weichen mußte.

Im folgenden Jahre wurden alle Liegenschaften zu Beukenbeul in zwei gleiche Teile zusammengefaßt und daraus zwei Pachthöfe gemacht: das unterste und das oberste Gut.

Die Steuerliste von 1563 führt auf Tylman zu Boeckenbol und Meuß daselbst, jeder mit 2 Gg. Steuer. 1574 pachtete Tilmann mit seiner Frau Neise auf 12 Jahre das Gut. Die Schatzliste von 1648 nennt Johan zu Boekenböel mit Frau und Knecht auf dem Pachtgut sowie Peter (Balve) daselbst mit Frau, Tochter, Sohn und Schwiegertochter auf dem untersten Pachthofe; dazu Peter Vernholt mit Frau im Backhause. 1664 sind genannt: Johannes zu Bokenboel und Nelies Balve († 1674). In den Kriegsjahren gerieten die Pächter mit den Abgaben sehr in Rückstand. Zum Ausgleich der rückständigen Forderungen sind 2 den Pächtern eigentümliche, aber ans Kloster zehntpflichtige Wiesen an dieses abgetreten worden. Die Belastung betrug i. J. 1720 beim obersten Hofe: in jeder Schatzung 1 Rtlr. 36 ß, Paderbornsche Rente jährlich 22 ½ ß, Jagdgeld als freier Kölnischer 6 ß, an den Gografen zu Attendorn jährlich 1 Dienst mit 2 Pferden oder dafür 36 ß, desgl. 1 Huhn, dem Pastor 1 Müdde Meßhafer

Die Belastung des unteren Hofes war noch etwas höher.

1728 sitzt auf dem untersten Gute Johann Balve zu Bökenbeul, 1789-1803 ein gleichnamiger Nachfahr, der in den Jahren nach Ewig leisten mußte: 2 Malter 9 Viertel Roggen, desgl. Gerste, 11 Malter 2 Viertel Hafer, 40 Pfd. Butter, 1 feistes Schwein zu 120 Pfd., 2 Pfd. Wachs, ums andere Jahr 1 Jährlingshammel, 8 Hühner, 2 Rtlr. von einer Wiese, an 3 Tagen mit Pferden zu düngen, 6 Wagen Herrenholz zu fahren. Bis ins vorige Jahrh. blieben auf dem Gute der Name Balve.

Auf dem obersten Gute saß bis 1666 Joh. Crans, dann sein Schwiegersohn, dieser verarmte so, daß 1683 die Patres von Ewig das Gut einige Jahre selbst bewirtschafteten. I. J. 1690 wurde es verpachtet an einen Freitag, 1728 ist Jakob Freitag genannt. Später erscheint der Hof unter dem Namen Japes Gut, das 1740 Johann Fernholt in Pacht hatte. 1789 hatte die Witwe Japesmann ähnliche Abgaben zu entrichten wie das unterste Gut. Das Adreßbuch von 1925 führt in Beukenbeul die Namen auf: Fernholz, Frieling, Henze, Kampschulte, Nieß, Rauterkus, Schmitz, Schulte, Stump und Teipel.