Papiermühle

Der Drost Caspar von Fürstenberg hat unterm 27.1.1603 in seinem Tagebuch vermerkt, daß der Jost Richter mit ihm verhandelt habe, zwischen Weschede und Merklinghausen eine Papiermühle zu bauen. Fürstenberg ist einverstanden gegen eine jährliche Abgabe von 5 Ries Papier. Auch der Kurfürst gab seine Einwilligung. Den Ehelauten Joachim (Jochheim aus Kirchhundem) auf der Papyrmüllen und seiner Frau Clara wurde 1638 ein Kind getauft. Patin war Catharina Ehefrau Caspar Bergenthals auf der Papyrmüllen. 1648 ist „Joachim Papeiermacher“ mit Frau und Magd aufgeführt, der sich mit Papiermachen ernährt. Nach seinem Tode 1663 ist hier ein Mann aus Menden erwähnt, und um Ostern 1691 kam dorthin Johann Brackel. Um 1790 hatte Schütz auf der Papiermühle von  den zum Wescheder Zehnten gehörenden Ländern Rente zu zahlen. 1791-94 bemühte sich Schütz darum, in Attendorn fremde Lumpenhändler behördlich auszuschließen und um ein Verbot der Ausfuhr der Lumpen. Dadurch geriet er in Gegensatz zu dem Attendorner Papiermacher Schulte. In den Jahren 1803-16 leistete der Papiermacher Henninger die Abgaben an das Rentamt in Bilstein.

Von Ernst Heinrich Schütz zu Attendorn (gemeint ist aber Papiermühle) hat Alma Langenbach aus dem 18. Jh. einige Wasserzeichen abgebildet:

EHS und darüber eine „verderbende Form“; zum anderen oben einen Narr mit Schellenkappe mit anhängendem Merkurstab und unten: E H S. Julius Grünewald hingegen schreibt im Handbuch des Kreises Olpe (1938): „Das an der Ihne handgeschöpfte Schreibpapier hatte einen springenden Hirsch als Wasserzeichen“. Das Adreßbuch von 1835 führt auf: Franz Mader, Papierfabrik, zu Papiermühle bei Attendorn. Auch Grünewald nennt als Jahresabgabe (Flußgeld) 5 Ries, also 2400 Bogen Schreibpapier. Neben guten Absatzmöglichkeiten konnte die Mühle dort reichlich Fasermaterial bekommen, nicht nur die abgetragenen bauwollenen und leinenen Gewänder der Bevölkerung, sondern auch Abfälle der in Attendorn besonders in Blüte stehenden Leinwandwebereien. Als um 1850 durch mechanisches Verschleifen von Holz der Holzschliff neu aufkam, dazu die Sulfit-Cellulose erfunden und in der Papierfabrikation angewandt wurde, war das Schicksal der im Sauerland bekannten Papierherstellung aus Stroh- und Textilabfällen besiegelt. Um die Mitte vorigen Jahrhunderts ist die Papierfabrik abgebrannt und vermutlich aus vorgenannten Gründen nicht wieder aufgebaut. Das Werkgelände mit Wasserkraft erstand Theodor Schemm aus Friedlin, Gemeinde Herscheid. Er ließ darauf 1886 eine Klebschraubenfabrik errichten. 1898 erhielt diese einen Dampfkessel. 1901 beantragte Th. Schemm die Genehmigung zur Anlage von 6 Fallhämmern. Von dem Gründer ging das Werk später auf dessen Söhne Emil und Otto Schemm über. Viele Jahre leitet Dipl. Kaufmann Karl Schemm das Unternehmen. Die Firma hatte sich im Laufe der Jahre den Bedürfnissen der Zeit angepaßt und sich zu einem modernen Werk entwickelt. U. a. wurde auch eine Kunststoffpresserei eingeführt. Die Belegschaft des Werkes umfaßte mehr als 140 Personen. Inzwischen gibt es die Firma Schemm nicht mehr. Jetzt befindet sich auf der rechten Seite, in Fahrtrichtung Meinerzhagen, die Firma KARPO CNC- Zerspanungstechnik und auf der linken Seite die Firma EUROTEC Spannringe GmbH.