Wamge

Wamge, in alter Zeit Waymbeke, Waembeke u. ä. geschrieben, ist – wie schon erwähnt – 1411 bis 1490 wiederholt urkundlich im Zusammenhang mit dem Zehnten zu Beukenbeul, Weschede und Albringhausen erwähnt, so etwa am 21. Juli 1450, als Abel Beyerkoven und seine Frau Katherine dem Meister Heinrich dem Hammerschmied 6 rheinische Gulden jährlicher Rente aus ihrem großen und kleinen Zehnten vorgenannter Orte verkaufen.

In der Türkensteuerliste von 1536 ist Johanns Sohn in der Wombeke, 1563 Johann in der Wagmecke aufgeführt. 1572 verkauft Peter in der Wohmecke gen. Wahmecke dem Gockel Kramer u. a. einen Hageberg. Im Steuerverzeichnis von 1648 ist Georg Heidtbrinck in der Wamecke, ein Tagelöhner, mit Frau, Mutter, 1 Tochter und 1 „ganz dullen und sinnelosen“ Sohn verzeichnet, außerdem Tonis Hespergh in der Wamecke, ein Kötter mit Frau. Georg hatte von dem Wamecker Haus dem Gogericht Attendorn als Rente zu entrichten: 1 holländischen Taler, 1 Huhn und 1 ½ olpische Viertel Hafer. 1664 sind zu W. zur Steuer veranlangt Caspar Heidbrink und Thonis Flucht; 1685 Caspar Flucht und Caspar Flucht der andere. I. J. 1728 finden sich dort als Steuerzahler Jorgen Flucht und Johann Wilhelm Flucht. Noch in hessischer Zeit waren in der Wamge 2 Höfe; Hesperichs und der unterste Hof. Heute ist der dortige Grundbesitz zersplittert. 1925 sind dort die Namen vertreten Henze, Mücher, Rüschenberg, Springob und Teipel. Im Zusammenhang mit dem Bau der Biggetalsperre sind in Wamge viele neue Wohnhäuser entstanden.

In Wamge wohnte der aus Attendorn stammende Stephan Flusche, von 1830-67 Lehrer in Listerscheid, verheiratet mit Eva Cath. Flucht, der Tochter von Joh. Wilh. Flucht und Elisabeth geb. Hitze aus Hanemicke. Seine Söhne Anton, Emil, Joseph, Karl, August und deren Mutter sind zu Anfang der 1870er Jahre nach den USA ausgewandert. Sie haben sich große Verdienste erworben bei Neugründung von katholischen deutschen Gemeinden. So gehen nachstehende Orte auf ihre kolonisatorische Tätigkeit oder ihren Einfluß in der Namensgebung zurück (zeitlich geordnet): Westphalia-Iova, Westphalia-Kansas, Olpe-Kansas, Münster-Texas, Lindsay-Texas, Pilotpoint-Texas, Mont Carmel-Texas. Die Fluschen haben in Amerika einen sehr großen Nachfahrenkreis und sind geachtete Leute. Mit C. Anton Flusche, einem Sohne des Anton F., steht der Verfasser noch in Briefverkehr. Dieser alte Herr, schon in USA geboren, schrieb vor einiger Zeit, daß er gern die plattdeutschen Stücke in den „Heimatstimmen“ lese, denn „ieck kuiere noch platt“! Sollte uns das nicht ein Ansporn sein, das wertvolle Erbe in Form der plattdeutschen Sprache mehr zu achten und zu üben, damit es nicht verlorengeht?! Im übrigen ist in den „Heimatstimmen“ wiederholt über die verdienstvolle Tätigkeit der Fluschen dort drüben ausführlich berichtet worden.