Weschede

An Türkensteuer hatten 1536 zu zahlen Dietherich zu Weirscheit, Peter zu Weirscheidt, Hans Kremerlingk und Peter Heydbringk der alde je 2 Gg; 1563 Peter zu Werschied 2 ½, Johan ibidem 3, Zacharias Kremerlinck 2 ½ und Peter Hetbrinck 1 ½ Goldgulden. Im Abgabenverzeichnis z. Z. des Erzbischofs Adolf (1547-56) sind zu Weschede als Inhaber bilsteiner Freigüter aufgeführt: Diederich, Kremerlinck und Johan zu Weschede. Jeder hatte nach Schloß Bilstein abzuliefern 10 Schilling (ß), 3 ß 4 Pfg. für Ackern und Einfahren, 1 ½ ß für Mähen, 1 Tag hagen, 1 wegen Aufgebot zu dienen, 1 Huhn, 3 Viertel Hafer und je 6 Pfg. Dazu alle 3 zusammen 1 feistes Schwein. 1648 waren abgabepflichtig Caspar (Kremer) Heidtbrinck, Georg Stumpf und Jobst Kömhof; dieselben sind auch im Rauchschatzregister von 1664 genannt.

Das große Heidbrincksche oder Schulten Gut lag in der Mitte des Dorfes. Von dem Gute wurde der 3. Teil getrennt und darauf „auf dem Ufer“ ein neues Haus gebaut, das man nun Königs Gut nannte. Kloster Ewig hatte darauf neben anderen Gläubigern wegen vorgeschossener Kontributionen (Kriegssteuern) und rückständige Zehnten eine Forderung von 94 Rtlr. Zur Befriedigung der Fordernden ist das Gut i. J. 1685 gerichtlich auf 509 Rtlr. geschätzt worden. Nach dem Tode Caspar Heidbrinks (Schulte) i. J. 1687 wurde Caspar Springob Kolon, zu Anfang des 18. Jahrhunderts Johan Spirngob. Im Jahre 1872 heiratete Wilhelm Wurm aus Maiwormshammer die Lisette Cramer auf dem Hofe.

Von Stumps Grundstücken sind im 30jährigen Kriege wegen Schuldforderungen viele veräußert worden, u. a. ans Kloster Ewig, das mit 61 Rtlr. und 30 Rtlr. Zinsen benachteiligt war. 1645 wurden die Grundstücke wieder eingelöst. Stumps Gut war das unterste in Weschede. Im 17./18. Jahrhundert war der Attendorner Gograf Theodor Burghof eine Zeitlang Eigentümer des Gutes. Dem Pächter Georg Stump folgte 1672 Joh. Cramer, der die Witwe G. Stumps ehelichte. 1728 ist Anton Stumpf genannt. 1828 ist Georg Teipel Besitzer. Der letzte des Namens Teipel verkaufte um 1920 das Gut in einzelnen Teilen und zog nach Groß Hove bei Neumünster, Holstein.

Auch Kömhoffs Gut war zehntpflichtig. Von 1792-98 war der Zehnte dem Kümhof für 14 Rtlr. verkauft. Das Gut war das oberste in Weschede. Dem Jost K. folgte 1678 sein Sohn Friedrich. Am Haus K. berichtet eine Inschrift: ANNO 1790 DEN 6. APRIL HAT GOTT DIESES HAUS MIT FEUER VERZEHRT. A. 1790 DEN 14. JULI KASPARUS KÖMHOF ANNA MARIA SCHNÜTGEN EHELEUT HABEN DIESES HAUS ... (erbaut). Der Familie K. folgte um 1920 auf dem Gute Josef Langenohl gen. Kümhof.

Neben den schon erwähnten Familien nennt das Adreßbuch von 1925 noch zu Weschede: Immecus, Lichterkus, Schemm, Böhne, Springob.